TraumaNetzwerk DGU®

Das Zertifizierungsverfahren TraumaNetzwerk DGU

Das von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) initiierte Zertifizierungsverfahren TraumaNetzwerk DGU soll die Prozess- und Strukturqualität von Kliniken steigern, die an der Versorgung schwerverletzter Patientinnen und Patienten beteiligt sind. Ziel ist es, für jede schwerverletze Patientin und jeden schwerverletzten Patienten zu jeder Zeit und in gleicher Qualität das Überleben und die spätere Lebensqualität zu sichern. In ein TraumaNetzwerk sind lokale, regionale und überregionale TraumaZentren sowie Rettungsdienste eingebunden. TraumaNetzwerke unterliegen bestimmten Struktur- und Versorgungsstandards, die im Rahmen eines Zertifizierungsverfahrens geprüft und gesichert werden.

Die detaillierten Anforderungen sind im Weißbuch Schwerverletztenversorgung und in den dazugehörigen Ausführungsbestimmungen festgelegt, welche durch die DGU in Kooperation mit weiteren relevanten Fachgesellschaften, relevanten Patientenorganisationen und unter Berücksichtigung der aktuellen medizinischen Forschung regelmäßig aktualisiert werden.

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Das TraumaNetzwerk DGU in Zahlen

Nach dem Start im Jahr 2008 konnte bereits 2009 das erste TraumaNetzwerk erfolgreich zertifiziert werden. Mittlerweile sind 52 TraumaNetzwerke in Deutschland, Österreich, der Schweiz und in Belgien entstanden.

Übersichtskarten TraumaNetzwerk

52

TraumaNetzwerke DGU

696

TraumaZentren

2008

Start des TraumaNetzwerks

720

teilnehmende Kliniken

Notfallteam aus drei Personen vor Rettungswagen beim Transport einer schwerverletzten Person

Ziele der Zertifizierung

Mit der Zertifizierung von TraumaNetzwerken wird die flächendeckende Versorgungsqualität von schwerverletzten Patientinnen und Patienten gewährleistet und die Effizienz der Versorgung gesteigert. Dies geschieht durch verbesserte Kommunikation, abgestimmte Versorgungsstandards und eine qualitätsgestützte Kooperation zwischen den Kliniken eines TraumaNetzwerks. 

Vorteile einer Zertifizierung

Die im TraumaNetzwerk organisierten Kliniken einer Region profitieren von einer engen Zusammenarbeit innerhalb des Netzwerks. Einheitliche Kriterien, wie für die Aufnahme und Weiterverlegung von Patientinnen und Patienten vom Unfallort in ein TraumaZentrum, erhöhen die Effizienz und damit die Sicherheit für Patientinnen und Patienten. Die einzelnen Kliniken haben zudem die Möglichkeit, gemeinsame Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen zu nutzen.

Voraussetzungen für die Zertifizierung zum TraumaNetzwerk DGU

  • Mindestens ein überregionales (ÜTZ), zwei regionale (RTZ) und drei lokale TraumaZentren (LTZ) schließen sich zusammen.
  • Die Abstufung der drei Kategorien entspricht den Anforderungen an die Klinikausstattung gemäß Ausführungsbestimmungen zum Weißbuch Schwerverletztenversorgung (in der jeweils gültigen Fassung).
  • Es bedarf einer eindeutigen geographischen/regionalen Zuordnung.
  • Regelungen zur strukturierten Behandlung von Patientinnen und Patienten mit speziellen Verletzungen (Rückenmarksverletzte, Schwerbrandverletzte) müssen vorliegen.
  • Mindestens 50% der am TraumaNetzwerk beteiligten Kliniken müssen als TraumaZentrum (TZ) auditiert und bescheinigt sein.
  • Die Mindestanzahl der teilnehmenden Kliniken sollte dabei nicht unterschritten werden.
  • Eine nachträgliche Aufnahme einer Klinik in ein Netzwerk ist jederzeit möglich.

Ablauf der Zertifizierung zum TraumaNetzwerk DGU

Initiierung und Registrierung
Unabhängige Prüfung (Dokumentenprüfung)
Erteilung Zertifizierung TraumaNetzwerk
Re-Zertifizierung TraumaNetzwerk

Nach drei Jahren

Die einzelnen Schritte einer Zertifizierung

  1. Initiierungstreffen und 2. Treffen mit beteiligten Kliniken durchführen
  2. Anmeldung des Netzwerks bei der AUC durch Initiator
  3. Anlage und Erstellung des Zugangs zum TraumaPortal für Netzwerk und Kliniken
  4. Auditierung von mind. 50% der beteiligten Kliniken
  5. Ausfüllen und Einreichen der Unterlagen zur Zertifizierung
  6. Versand der Zertifikate an am Netzwerk beteiligte und bescheinigte TraumaZentren

Der gesamte Zertifizierungsprozess von der Anmeldung bis zur Zertifizierung dauert ungefähr sechs Monate.

Beteiligte Gremien und ihre Funktion

AUC – Netzwerke und Versorgungsstrukturen

Die AUC - Akademie der Unfallchirurgie ist eine Dienstleistungsgesellschaft der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie und wurde von dieser mit dem Management der Initiative TraumaNetzwerk DGU beauftragt.

Der Bereich Netzwerke und Versorgungsstrukturen der AUC hat diesen Auftrag übernommen und dabei folgende Aufgaben:

  • Kommunikation mit Zentren bei organisatorischen Fragen
  • Koordination von Fachgremien und Veranstaltungen
  • Bindeglied zu Zertifizierungsunternehmen
  • Betrieb der Online-Plattform “TraumaPortal”
  • Kommunikation mit Behörden und Presse

Ausschuss TraumaNetzwerk DGU

Der Ausschuss berät übergeordnet inhaltliche, organisatorische, wirtschaftliche und internationale Angelegenheiten des TNW und arbeitet direkt dem Vorstand der DGU zu.

Der Ausschuss setzt sich aus geborenen Mitgliedern sowie aus auf Vorschlag von AKUT gewählten Mitgliedern zusammen. Die Wahl des Ausschuss-Vorsitzes erfolgt auf Vorschlag des DGU-Vorstands durch das Präsidium der DGU, die Amtsperiode beträgt 4 Jahre.

Mitglieder des Ausschusses TNW sind:

  1. Vorsitz Ausschuss TNW
  2. Stellv. Vorsitz Ausschuss TNW
  3. Generalsekretär/Generalsekretärin der DGU
  4. Sprecher/Sprecherin AKUT
  5. Geschäftsführung der AUC GmbH
  6. Zwei Vertreter/Vertreterinnen der Sektion NIS
  7. Drei Netzwerksprecher/Netzwerksprecherinnen
  8. Zwei Bundeslandsprecher/Bundeslandsprecherinnen
  9. Vertreter/Vertreterin regionales TraumaZentrum
  10. Vertreter/Vertreterin lokales TraumaZentrum
  11. Vertreter/Vertreterin AG EKTC

AKUT - Arbeitskreis Umsetzung TraumaNetzwerk DGU

Der Arbeitskreis Umsetzung TraumaNetzwerk DGU befasst sich mit konkreten Fragestellungen zur Umsetzung und fachlichen Bewertung von Auditierungen. Er setzt sich zusammen aus Mitgliedern des Ausschusses TNW und beratenden Vertreterinnen/Vertretern des Zertifizierungsunternehmens.

Mitglieder von AKUT sind:

  1. Sprecher/Sprecherin AKUT
  2. Vorsitz Ausschuss TNW
  3. Stellv. Vorsitz Ausschuss TNW
  4. Generalsekretär/Generalsekretärin der DGU
  5. Geschäftsführung der AUC GmbH
  6. Bundeslandsprecher/Bundeslandsprecherin
  7. Zwei Netzwerksprecher/Netzwerksprecherinnen
  8. Geschäftsführung Zertifizierungsunternehmen

Beirat TraumaNetzwerk DGU

Der Beirat gewährleistet eine fach- und berufsübergreifende kritische Begleitung der Initiative. Ihm gehören Vertreterinnen und Vertreter der folgenden Organisationen und Verbände an:

  • ADAC-Luftrettung
  • AOK-Bundesverband
  • Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren
  • Asklepios Kliniken GmbH
  • Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe
  • Björn-Steiger-Stiftung
  • Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V.
  • Bundesverband der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst Deutschland e.V.
  • Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands BAND e.V.
  • Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie
  • Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V.
  • Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie
  • Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie
  • Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
  • Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgie
  • Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie
  • Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung
  • Deutsche Rettungsflugwacht
  • Deutscher Berufsverband Rettungsdienst
  • Deutscher Rat für Wiederbelebung
  • Deutscher Verkehrssicherheitsrat
  • Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft
  • Helios Kliniken GmbH
  • Hessisches Ministerium für Arbeit Familie und Gesundheit
  • Johanniter Unfallhilfe
  • Sana Kliniken AG
  • Sanitätsdienst der Bundeswehr
  • ZNS - Hannelore-Kohl-Stiftung

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Kontakt

Wir freuen uns über Ihre Anfrage und sind gern für Sie da!

Katrin Wunderlich 

AUC – Netzwerke und Versorgungsstrukturen
Telefon +49 89 540 481-210

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Freya Herlyn 

AUC – Netzwerke und Versorgungsstrukturen
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